Archiv für den Monat November 2013

Es wird Zeit, höchste Zeit. Nix wie weg.

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Es hat ein Wetter zum aus der Haut fahren – oder nach Indien!! I do. Melde mich wieder aus Arambol. Mit einem Bild voller Wärme und Sand unter den Zehen. 

 

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Was gut beginnt, wird sicher gut

Fein, wenn die Hendl-Klasse viel Platz bietet: allein auf einem 3er-Sitz reist es sich ganz unbeschwert. Guter Anfang, Qatar Air! Und am Doha-Airport musst du es nur noch schaffen in die Lounge zu schlüpfen, dann bist du voll gut aufgehoben.

Und gleich die royale Enfield besorgen und die Brücke over Tirakol River besichtigen:

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auch nicht schlecht: Chicken mit Aussicht auf Querem Beach

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Best of Schnaps 2013

Best of Schnaps 2013 /  Die Siegerbrände 

RANKING_Best of Schnaps_2013

++Die TOP-TEN_Schnapsbrenner

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Fotos by © Kurt-Micheal Westermann

ALTE MEISTER, REIFE SCHNÄPSE

Hermann Botolen und Vene Maier haben für VINARIA die Top-Schnäpse des Jahres 2013 verkostet, beschrieben und bewertet

Text: Vene Maier / Fotos: Kurt-Michael Westermann 

Okay. Wir werden damit zurecht kommen. Es ist jetzt trüb, Nebel und Nieselregen sind unsere Begleiter. Also suchen wir Trost: gute Nachrichten (die Nebel werden sich lichten), gute Aussichten (Sonne und Schnee werden kommen), gute Drinks werden wir uns einschenken – wir brauchen jetzt mehr denn je das Wärmende, das Gehaltvolle, das, was uns gute Laune macht. Guten Schnaps zum Beispiel. Und Sie haben Glück: Wir haben guten Schnaps, und davon handelt auch der Beitrag, den Sie auf den folgenden Seiten lesen können.

Im Leben eines Schnapskritikers – respektive jener beiden, die alljährlich das „Best of Schnaps“-Ranking für VINARIA erstellen (Foto unten) – gibt es auch schöne Momente. Einmal ist es ein besonderer, herausragender Brand, dann ist es eine geglückte Kombination von mehreren Obstsorten (auch der gute alte Obstler kommt immer wieder zu neuen Ehren), und generell ist es das allgemeine und auf hohem Level stabilisierte Niveau heimischer Obstbrände. In den letzten Jahren kommt noch ein Umstand dazu, der sich erst in den Dimensionen von Raum und Zeit entwickeln konnte – der gereifte Schnaps.

Vene Maier / Hermann Botolen/ Foto: ©Kurt-Michael Westermann

Anhand unseres diesjährigen „Schnaps des Jahres“, der XA-Vogelbeere aus dem Jahrgang 1997, destilliert vom Steirer Alois Gölles, sowie am Ranking der Raritäten-Brände mit den beiden fassgelagerten Obstbränden vom Salzburger Guglhof und der deutschen Destillerie Ziegler, lässt sich diese positive Entwicklung bestens darstellen. Mit diesen gereiften Schnäpsen – sowohl im Glas als auch im Fass gelagert – befinden wir uns mitten im Bereich der internationalen Top-Spirits. Jetzt ist ein Vogelbeerschnaps zwar weltweit weithin unbekannt und auch die fassgelagerten Brände aus Apfel und Birne dürfen noch auf Bekanntheitsgewinn hoffen, aber an der Qualität aller drei ist nicht zu rütteln. Eher im Gegenteil: Inhaltlich haben es viele berühmte Marken – egal ob im Bereich Cognac, Rum oder Whisky – schwer, dagegen zu bestehen. Und das übrigens ganz abgesehen vom Preis, der sich im Vergleich zu vielen hochgepimten und hochbezahlten Marken wie ein extraordinäres Schnäppchen anfühlt.

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Schnaps gehört zu diesem Land quasi wie die Lederhose zum Schuhplattler. Oder das Dirndl zum neuen Landleben. Altmodisch zwar, aber altmodisch ist das neue Chic. Zumal, wenn es sich so präsentiert wie die neuen Schnäpse – klarer Inhalt, reife Form, gekonnt verarbeitet von Fachleuten der Destillation, wie wir sie hier bei uns in einer Zahl haben, um die uns andere Länder beneiden können.

Aber: andere Länder, andere (Trink)Gewohnheiten. Dennoch – auch wenn der echte Schnaps nicht der Renner im internationalen Spirits-Geschäft ist – kommt der Schnaps aus “A“ weltweit gut an. Davon zeugen die Bars zwischen Los Angeles und Hongkong und die Regale von Berlin bis Mailand – weltweit sind die Edelbrände aus Österreich in den besten Häusern und den gut sortierten Delikatessengeschäften vertreten.

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Die national und international führenden Marken tragen jene Namen, die auch das Ranking von VINARIA anführen. Der „Pfau“ aus Klagenfurt ist erst jüngst in den Berliner Genusstempel KaDeWe eingestiegen, dort selbst stehen auch die Brände von Ziegler, der Dallmayr in München ist schon längst mit Rochelt und Reisetbauer bestückt, Guglhof  steht in der 1. Class der Lufthansa ebenso wie beim Meinl am Graben, Gölles ist in allen guten – und auch den weniger bekannten und dennoch guten – Restaurants des Landes und in den Regalen der Top-Fachgeschäfte zu finden. Gutes Zeichen: Auch Großkauf- bzw. Großversandhäuser haben echte Schnäpse mittlerweile im Angebot, und diese Entwicklung setzt sich auf einem stabilen Niveau fort.

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An der Spitze des diesjährigen VINARIA-Schnaps-Rankings steht nicht umsonst einer der Traditionsbetriebe des Landes, der Guglhof aus Hallein. Etwaige Fragen nach dem Warum und Wieso sind rein rethorischer Natur, weil die Antworten so klar sind wie ein hochalpiner Gebirgsbach: Durchgehend hohe bis höchste Qualität, eine lange Tradition, eine berauschende Tiefe und eine beeindruckende Reife zeichnen quasi alle Produkte aus der Edelschnapspalette des Halleiner Hauses aus. Hier stimmt die alte dialektische Erkenntnis, dass es auch einer gewissen Quantität bedarf, um eine neue und höhere Stufe der Qualität zu erreichen. Nachdem Anton und Christoph Vogl den Titel „Brenner des Jahres“ auch schon vor drei Jahren für sich in Anspruch nehmen durften, dürfen wir zur heurigen Auszeichnung quasi doppelt, jedenfalls mit der Überzeugung gratulieren, dass in Hallein zwei große Meister die Kunst des Schnapsbrennens ausüben – und uns in der Gewissheit wiegen, dass aus der Davisstraße weiterhin edelste Brände nicht nur aus den Früchten des Landes destilliert werden, sondern in Zukunft auch Spirits internationalen Zuschnitts kommen werden. Top!

Auf dem besten Weg, sich als ein weiterer Top-Schnapsbrenner aus “A“ zu etablieren, ist ein junger Mann namens Franz Ratzinger aus Schwanenstadt, seines Zeichens Brennmeister (und Schwiegersohn) im „Humergut“, der Edelbrandschmiede des im heurigen Frühsommer verstorbenen Ferdinand Parzmair. Nachdem Ratzinger schon im vergangenen Jahr ein Überraschungserfolg gelungen ist, hat er sich heuer fast ganz an die Spitze gesetzt: Nur die geringere Anzahl an „Stockerlplätzen“ hat die Brennerei Parzmair am Sprung auf die oberste Treppenstufe gehindert. Aber nachdem die Hofübergabe von Ferdinand Parzmair an den Schwiegersohn so toll funktioniert hat, steht einem weiteren Erfolgsweg dieses Familienbetriebs nichts im Wege. Und Franz Ratzinger ist entsprechend motiviert: Investitionen in die Obstqualität, neue Produktionsstätten und neue Verkaufsflächen geben ein anschauliches Bild des zukünftigen Weges.

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Wir haben, sozusagen als Dritte im Bunde, zwei der großen Pioniere in Sachen Edelschnaps auf dem Stockerl: Alois Gölles und Hans Reisetbauer. Beide gehen seit Beginn der neuen Schnapsära einen gemeinsamen Weg mit dem einen Ziel: Den Schnaps zu edeln und der Welt zu demonstrieren, dass wir in diesem kleinen Land, das nie (Fussball)Weltmeister wird, doch einiges zu bieten haben. Und sei es nur, das Stamperl zu heben und „Wohl bekomm’s“ zu wünschen. Wir als Verkoster gehen jedenfalls mit nicht unbeträchtlichem Stolz ans Werk des Schnapstrinkens, wenn wir auf funkelnde Juwelen wie die Brände von Gölles und Reisetbauer stoßen. Da geht uns regelrecht der Gaumen auf und es juckt in den Fingern, gleich mal zur Höchstnote zu greifen. Leider werden wir innerredaktionell daran gehindert, allen tollen Schnäpsen die Höchstnote zu geben, aber – da hat unser Redakteur ja eh recht – das glaubt uns dann keiner. Darum stapeln wir nach Maßgabe unserer Eindrücke möglichst tief – damit Alois Gölles und Hans Reisetbauer nicht in die Sphären des Stratosphärischen gelangen – und dann ganz ohne Raumkapsel wieder zurück auf die Erde müssen.

Nein, wir bleiben hier auf unserem Grund und Boden und genießen wieder mal einen „Schnaps des Jahres“ – diesmal die schon erwähnte XA-Vogelbeere vom Meister Gölles aus dem Jahre 1997! Chapeau, Chapeau!

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